Gemeinde und Feuerwehr informieren zu Erster Hilfe, Brandschutz und unfallfreiem Fahren. Eine ganz neue Idee.

Wie funktioniert das nochmal mit der Herzdruck-Massage? Und wie geht die stabile Seitenlage? Das erst im Notfall zu überlegen, wenn auf der Straße ein Unfall passiert ist, der Mann daheim plötzlich ohnmächtig wird oder die Frau beim Putzen von der Leiter stürzt, kann zu spät sein. Kann Leben kosten. Erste Hilfe muss jeder können, doch die wenigsten sind versiert darin, sagt der Frankenthaler Wehrleiter Kay Winkler. Als Erste-Hilfe-Ausbilder für Fahrschulen oder Firmen weiß er nur zu gut, dass der eigene Kurs bei den meisten viele Jahre zurückliegt. Nun frischt er das Wissen der Frankenthaler auf.

 

Feuerwehr und Frankenthals Bürgermeisterin Kerstin Otto (CDU) wollen, dass die Frankenthaler sicherer leben und sich im Notfall selbst helfen können – noch bevor professionelle Hilfe anrückt. Deshalb haben sie gemeinsam den „Sicherheitsstammtisch“ ins Leben gerufen, eine neuartige Veranstaltungsreihe in der Region. Profis sprechen eben zur Ersten Hilfe, zum Brandschutz und zur Sicherheit im Straßenverkehr – ganz umsonst für die Leute jeden Alters im Dorf. Start ist an diesem Freitag. „Wir wollen mit dem Stammtisch unseren Einwohnern ein neues Angebot machen und gleichzeitig auf all diese wichtigen Themen aufmerksam machen“, sagt Kerstin Otto. Und das Beste: Die Frankenthaler müssen sich dafür nicht in Kursen anmelden oder weit fahren. Sie bekommen Tipps für mehr Sicherheit praktisch vor der Haustür. Und damit ein besseres Gefühl, falls doch mal was passiert.

Drei Veranstaltungen sind für dieses Jahr schon geplant – jetzt im Mai sowie im September und Dezember. Die Teilnahme ist immer kostenlos. Den Anfang macht die Erste-Hilfe-Auffrischung mit Wehrleiter Kay Winkler. Der Berufsfeuerwehrmann, der außerdem regelmäßig als Rettungssanitäter zu Notfällen rast, wird „Anne“ mitbringen. Diese Puppe, an der er Herz-Druck-Massage und Mund-zu-Mund-Beatmung demonstrieren kann.

Tipps zum Brandschutz gibt es dann beim zweiten Stammtisch am 12. September. Auch wichtig. „Wir wollen mal zeigen, wie ein Feuerlöscher funktioniert“, sagt Kay Winkler. Wer probiert das schon mal aus, wenn’s nicht gerade brennt? Die Vorführung der Technik beim Stammtisch soll die Scheu nehmen vor dem roten Ding an der Wand und die Handhabe schulen – im Notfall wird er dann beherzter eingesetzt. „Außerdem geht es um Rauchmelder“, sagt Referent Christoph Gurath von der Frankenthaler Feuerwehr, derzeit Student für Sicherheit und Gefahrenabwehr. Er wird darüber informieren, wo im Eigenheim oder in der Mietwohnung solche Anlagen am effektivsten angebracht werden. Er ist sich sicher, dass es in Sachsen bald eine Rauchmelderpflicht geben wird – wie schon in vielen anderen Bundesländern. Jeder müsse sich mit der Thematik deshalb irgendwann auseinandersetzen. Wissenswertes und Kostenschätzungen gibt es beim Stammtisch schon mal vorab.

Sicherheit im Straßenverkehr ist das Stichwort der dritten Veranstaltung. Ein Mitarbeiter der Verkehrswacht Bautzen stellt Neuerungen im Punktesystem, Bußgeldkatalog und geänderte Bestimmungen zum Verbandskasten vor. Und gibt Tipps zum sicheren Fahren. „Im kommenden Jahr soll der Stammtisch fortgesetzt werden mit spezielleren Themen. Gern nehmen wir Anregungen von den Frankenthalern entgegen“, so Wehrleiter Kay Winkler.

Die Jungs der Jugendfeuerwehr haben fürs neue Angebot im Dorf kräftig die Werbetrommel gerührt und 400 selbst entworfene Flyer in die Briefkästen geworfen. Die Kameraden erhoffen sich vom Stammtisch einen positiven Nebeneffekt: Er soll aufmerksam machen auf die Feuerwehr, der die Mitglieder ausgehen. Kaum mehr jemand sei fürs wichtige Engagement bei der Freiwilligen Feuerwehr zu gewinnen, sagt Kay Winkler. Werbeaktionen für neue Mitglieder brachten nicht den gewünschten Erfolg. Nun also ein neuer Versuch – von dem alle im Dorf profitieren.

1. Stammtisch, 9. Mai, 19 Uhr, Feuerwehrgerätehaus, Eintritt frei. www.fffrankenthal.de

Quelle: sz-online/Sächsische Zeitung, Carolin Menz
Dienstag, 06. Mai 2015

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